OMX 2015 Recap – Fokussierung, Reduktion und Intensivierung

Wow. Was für ein Tag. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen diesen Artikel erst in ein paar Tagen zu schreiben um den Input von Heute zunächst mal zu verarbeiten. Die Inhalte haben mich jedoch so gepackt, dass ich sie so schnell wie möglich in meinem OMX 2015 Recap verarbeiten wollte. Im Folgenden also mein ganz persönlicher Eindruck und die aus meiner Sicht wichtigsten Learnings der diesjährigen OMX.

OMX 2015 Recap auf customar.de

Be somebodys lover, not everybody’s darling

Wenn es heute ein übergeordnetes Thema gab dann war das meiner Meinung nach “Reduktion”. Robert Seeger hat dazu in seiner Keynote einen tollen Satz mitgegeben: “Be somebodys lover and not everybody’s darling”. In diesem Satz steckt definitiv sehr viel Wahres. Jeder Online Marketer versucht immer mehr, immer häufiger, immer intensiver Inhalte zu produzieren und zu verbreiten.

 

Viele sind dabei so sehr auf die Optimierung von Inhalten fokussiert, dass sie die Ziele des Unternehmens völlig aus den Augen verlieren. André Morys hat dazu in seinem Vortrag viele Beispiele von vermeintlichen A/B Testings gegeben die unter dem Strich fast alle ein Problem hatten: Fehlende Validität. Welche Optimierungen tatsächlich nennenswerten Einfluss auf die Conversions haben lässt sich nicht nach einem Tag oder einer Woche sagen. Er wies explizit darauf hin, dass viele A/B Tests entweder von Grund auf irrelevant sein oder aufgrund einer zu kurzen Phase der Datensammlung eben keine validen Ergebnisse bringen können.

Für jeden User eine andere Story

Siegfried Stepke hat sich in seinem Vortrag über RTA und RTB ebenfalls der Reduktion bzw. Fokussierung gewidmet. Heutzutage macht es gerade im Display Advertising wenig Sinn jedem Nutzer den selben Banner zu zeigen. Vielmehr sollte es für jeden Nutzer eine andere Story geben. Entscheidend dabei auch an welchem Punkt der Customer Lifetime Journey sich der Nutzer befindet.

 

Hierzu zählt auch, dass Bestandskunden keine Display Ads über Neukundenangebote angezeigt werden sollten. Ein niedrigerer monatlicher Beitrag für eine Mitgliedschaft bei Neuabschluss wird bestehende Kunden sicherlich verärgern und zudem auch noch den ein oder anderen Anruf bei der Service-Hotline (sofern eine vorhanden ist) verursachen.

Reduktion setzt Ressourcen frei

Mein Highlight war, wie erwartet, der Vortrag von Karl Kratz. Er hat anhand von lebhaften Beispielen (Osterhasen aus Schokolade und Wodka) klar gemacht, wie wichtig es ist sich auf Inhalte zu konzentrieren, die dem Unternehmen einen direkt Nutzen bringen. Viel zu häufig orientieren sich Unternehmen in Ihrer digitalen Strategie in die Breite und beschweren sich anschließend über mangelnde Ressourcen. Fokussierung, Reduktion und Intensivierung sind die Schritte mit denen man sich seiner Meinung nach beschäftigen sollte.

 

Veranschaulicht hat Karl diese Vorgehensweise unter anderem auch mit dem Thema Newsletter. Während man mit „manuellen“ Newlsettern lediglich den aktuellen Personenkreis erreichen kann ist es mit einem Everletter möglich allen Nutzern den selben Inhalt zu präsentieren. Hier werden also vorher definierte E-Mails zum Beispiel als eine Art Tutorial nach der Registrierung bei einem Dienst versendet. Nico Zorn hat dazu in seinem Vortrag noch einmal darauf hingewiesen, dass bei Willkommens-Mail die Öffnungsrate bei 80% und die Klickrate bei 38% liegt.

 

Zum Schluss wies er auch noch einmal darauf hin, dass man Prozesse, besonders diejenigen die nach dem Kauf stattfinden besser automatisieren sollten. Ein Nutzer der bereits konvertiert hat sollte seiner Ansicht nach weiter „verfolgt“ werden um das maximale aus seiner Customer Lifetime Value herauszukitzeln.

Technische Insights von Thaler und Czysch

Sehr spannend waren ebenfalls die eher technisch angehauchten Beiträge von Thomas Thaler und Stephan Czysch.

 

Der Vortrag von Thomas Thaler über Facebook Performance Marketing hat noch einmal deutlich gemacht, wie sehr es sich lohnt sich eben nicht auf die automatisierte Kampagnensteuerung von Facebook zu verlassen sondern selbst Hand anzulegen und die richtigen Hebel zu betätigen. Auch in Sachen Analyse und Auswertung hatte er wertvolle Tipps mit im Gepäck. Unter anderem, dass Facebook eine einmal eingebrochene Reichweite nicht mehr nach oben korrigiert. Die Kampagne sollte dann neu aufgesetzt werden um wieder gute Ergebnisse zu erzielen. Die Message aus seinen Optimierungsvorschlägen lautet ganz klar: Eine Interaktion darf max. 1 Cent, im Idealfall zwischen 0,4 und 0,6 Cent, kosten.

 

Stephan Cyzsch hat in seinem Vortrag die Google Search Console und dabei im speziellen die API unter die Lupe genommen. Besonders interessant war, wie ich fand, dass man über die API 5000 Suchanfragen abbilden kann während man in der Oberfläche der Search Console lediglich 1000 Anfragen sehen kann. Mit Analytics Edge hat er zusätzlich ein interessantes Plugin für Excel präsentiert, welches einen kinderleichten Import der API-Daten in Excel erlaubt. So kann man den in der Search Console limitierten Zeitraum von 90 Tagen Datenverfügbarkeit umgehen und sich die Daten manuell und als First Data abspeichern.

Cannonicals sind Müll

David Radicke hat zu guter letzt nochmal einen echten SEO Dauerbrenner ausgepackt: Das Thema Relaunch. Am Beispiel von salzburg.com hat er typische Fallstricke wie Duplicate Content, hohe Ladezeiten und die große Menge an Inhalten bei Online Zeitungen definiert. Als häufigen Grund dafür nannte er die noch immer schwachen Content Mangement Systeme, die speziell auch in den großen Verlagshäusern im Umlauf sind.

 

Ein Satz der bei mir hängen geblieben ist, war „Cannonicals sind Müll“. Hier hat er noch einmal darauf hingewiesen, dass man den Cannonical-Tag für die interne Struktur niemals als Lösung sondern eher als Notlösung sehen sollte. Doppelte Inhalte sollten in jedem Fall immer beseitigt oder sinnvoll geclustert werden.

 

Am Ende seines Vortrags schloss sich dann der Kreis für das Thema Reduktion. Auch David Radicke wies noch einmal darauf hin, dass es durchaus sinnvoll ist themenähnliche Artikel oder Unterseiten auf einer Art Hubseite zu sammeln und dabei auch nicht zimperlich zu sein alten Content mal auszusortieren. Natürlich auch immer im Hinblick auf noch bestehende Verlinkungen oder Bookmarks.

Fazit

Was soll ich noch sagen. Ich fand die diesjährige OMX wirklich extrem stark. Ich persönlich habe sehr viel Wissen und viele neue Impulse mitgenommen. Die Organisation, die Verpflegung, die Location, an allem gibt es nichts zu meckern. Oliver Hauser hat es mit seinem Team mal wieder geschafft eine perfekte Veranstaltung zu ermöglichen. An dieser Stelle noch einmal ein GROßES DANKESCHÖN an alle Organisatoren. Ich freue mich jetzt schon auf die OMX 2016.

 

In meinem OMX Live Artikel findest du übrigens alle Highlights der Konferenz nochmal als Tweet-Sammlung. Es lohnt sich ;-).

 

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